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Los Sauces

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Die Kleinstadt Los Sauces liegt auf einem etwa dreihundert Meter hohen Hügel im Nordosten der Insel La Palma im Gemeindebezirk Los Sauces y San Andrés. Mit 2500 Einwohnern gehört Los Sauces auch heute noch zu den größten Ortschaften der nördlichen Region der Insel. Aufgrund der fruchtbaren Böden wird die Region schon seit Jahrhunderten landwirtschaftlich genutzt. Neben dem Obst- und Gemüseanbau gehören die riesigen Bananenplantagen zu den wichtigsten wirtschaftlichen Ertragsquellen der Gemeinde. Als La Palma von den Spaniern erobert wurde, erkannten diese schnell, welch einen Juwel sie da entdeckt hatten und nutzen den Norden der Insel zum Anbau von Zuckerrohr. Mittlerweile wird nur noch sehr wenig Zuckerrohr in Los Sauces angebaut. Die kleinen geernteten Mengen werden in den Sommermonaten in dem Fischerdorf Puerto Espindola in einer Destillerie zu Rum verarbeitet. Kleine Proben können hier verköstigt werden. Der Ortskern von Los Sauces ist weniger historisch als das Zentrum des Nachbarortes San Andrés. Während San Andrés bereits zu Kolonialzeiten besiedelt wurde, fand dieser Prozess in Los Sauces erst viel später statt.

Die Pfarrkirche Nuestra Senora de Montserrat steht auf dem Dorfplatz und ist eine der größten Kirchen auf der ganzen Insel. Sie wurde im sechzehnten Jahrhundert errichtet und von einem katalonischen Kaufmann gestiftet. Das Innere der Kirche beherbergt flämische Kunstschätze wie Madonnenabbildungen. Vom Stadtzentrum aus ist bereits die Wassermühle El Regente zu sehen, die etwas außerhalb auf einem steilen Hang liegt. Sie wurde um 1870 zum Mahlen von Getreide errichtet. Die wichtigste Aufgabe von Mühlen auf den Kanaren war jedoch das Mahlen von geröstetem Mais, dem so genannten Gofio. Gofio ist auch heute noch in jedem Supermarkt erhältlich und wird zum Zubereiten von Suppen, Brei und Babynahrung verwendet.

Rund um Los Sauces können sich Wanderer an den zahlreichen Wanderrouten erfreuen. Zu den Bekanntesten gehört ein Besuch des Lorbeerwaldes Los Tilos. Im Jahre 1983 wurde das fünfhundert Hektar große Gebiet zum Biosphärenreservat der UNESCO ausgezeichnet. In dem urwaldähnlichen Wald finden sich verschiedene Lorbeerbaumarten, von denen ein Großteil endemisch ist. Außerdem sind Farne zu sehen, die beachtliche Maße erreichen. Dem Waldgebiet mit Schluchten, Höhlen und Aussichtspunkten ist ebenfalls ein Besucherzentrum angegliedert, in dem sich die Besucher über Los Tilos informieren können.

Im nahe gelegenen Las Lomadas führt ein steiler Weg einen Hang hinauf zu einer kleinen Wallfahrtskapelle San Pedro Apostol aus dem sechzehnten Jahrhundert. Vom Vorplatz aus bietet sich eine phantastische Aussicht über die Berggipfel der Umgebung. Weiter geht es zu den wichtigsten Wasserquellen von La Palma, Marcos und Cordero. Mehrere Quellen bahnen sich ihren Weg und fließen durch Höhlen und Felsen, um dann wie ein kleiner Wasserfall aus den Felswänden zu stürzen.



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