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Arrecife

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Lanzarotes Hauptstadt Arrecife ist eine äußerst abwechslungsreiche, überschaubare Inselmetropole, die mit einer herrlichen Uferpromenade, einem ansehnlichen, renovierten Hafenviertel und mehreren Museen für zeitgenössische Kunst und Archäologie seine Besucher in ihren Bann zieht. Einige sehr lebendige Geschäftsstraßen, eine Reihe von schönen Bars und Straßencafés sowie nur ein einziges weithin sichtbares Hochhaus laden die Besucher zum Bummeln, Verweilen und Fotografieren ein.

Arrecife ist erst seit dem Jahre 1852 die Inselhauptstadt Lanzarotes. Zuvor hatte das weitaus ältere Teguise diese Rolle inne, das bis heute mit Arrecife um den Titel des kulturellen Zentrums der Insel im Wettstreit liegt. Arrecife mit seinen heute knapp 40000 Einwohnern entstand Mitte des 15. Jahrhunderts als kleiner Hafen an der Ostküste Lanzarotes. Seinen Namen verdankt die Stadt den Arrecifes, einer Reihe schwarzer, vulkanischer Riffs vor der hiesigen Küste, hinter denen Boote vor der tosenden Brandung des Meeres Schutz finden konnten. Obwohl der kleine Ort bis zum Ende des 16. Jahrhunderts rasch an Größe und an Bedeutung zunahm, wurde zunächst das sich im Inselinneren befindende Teguise zur Inselhauptstadt erklärt, vor allem wegen der zu dieser Zeit noch regelmäßig an der Küste stattfindenden Piratenüberfälle. Arrecife wurde zur Heimstadt vieler Hafenarbeiter und Angestellten, die in den Lagerhallen und Verwaltungsgebäuden der Stadt den Handel zwischen der Alten und der Neuen Welt in Gang hielten.

1571 wurde Arrecife durch einen Überfall des berüchtigten Piraten Dogan fast vollständig zerstört. Während des Wiederaufbaus der Stadt entstand auf einer dem Ort vorlagerten Insel das Castillo de San Gabriel, von dem sich die Einwohner der Stadt eine große Schutzfunktion versprachen. Doch bereits 1586 wurde sie durch einen weiteren Piratenüberfall erneut fast dem Erdboden gleich gemacht. König Phillip II. gab daraufhin dem italienischen Festungsbaumeister Leonardo Torriani den Auftrag, das Castillo durch extra dicke Wälle sicherer zu machen. Mit seinen dicken Wänden und den oben aufgesetzten Glockentürmchen ist das Castillo bis heute erhalten geblieben. Erreichbar war es zunächst nur über seine schmale, steinerne Zugbrücke, die Puente de Las Bolas. Später kam mit der Puente de Las Palmas auch noch ein befahrbarer, breiterer Damm hinzu. Heute ist in dem Castillo ein Archäologisches Museum untergebracht, in dem sich diverse Fundstücke aus der Frühzeit der Insel bewundern lassen. Nordöstlich des Standrandes liegt mit dem Castillo de San José noch eine weitere kleine Festung, die 1771 auf Befehl des damaligen Königs Karl III. errichtet wurde, jedoch nie eine besondere Rolle bei der Verteidigung der Stadt gespielt hat.

Kommt man als Besucher mit dem Flugzeug auf dem Flughafen in der Nähe von Arrecife (sieben Kilometer Entfernung zur Stadt) an, so kann man sich noch vor Ort einen Mietwagen nehmen und damit auch der Hauptstadt Lanzarotes über die gut ausgebaute, vierspurige Straße Richtung Stadtkern einen Besuch abstatten. Man sollte sein Auto dann jedoch am besten spätestens zu Beginn der Uferpromenade sehen lassen und zu Fuß in Richtung Innenstadt gehen. Zum einen ist diese ohnehin unter der Woche komplett für den privaten Autoverkehr gesperrt, zum anderen an den übrigen Tagen aufgrund der sehr engen Gassen selbst für den geübten Autofahrer ein echtes Abenteuer. Eine weitere, jedoch kostenpflichtige Parkmöglichkeit besteht in Höhe des 17-stöckigen Gran Hotel in der so genannten Blauen Zone. Am früheren Schandfleck Lanzarotes und einzigen Wolkenkratzer der Insel kann man wochentags zwischen 9 und 14 Uhr sowie zwischen 17 und 20 Uhr und an Samstagen zwischen 9 und 14 Uhr gebührenpflichtig parken. In Arrecife gibt es außer dem bereits vorab erwähnten Castillo de San Gabriel mit seinem Museum und der "Bausünde" Gran Hotel noch einige weitere sehenswerte Örtlichkeiten, die man gesehen haben sollte.

Gleich zu Beginn Arrecifes am westlichen Stadtrand lädt die Playa del Reducto zum Baden und Verweilen ein. Der Stadtstrand Arrecifes wird von Gästen, wie von Einheimischen gerne für eine Abkühlung genutzt. Am östlichen Ende der Playa schließt sich unmittelbar der große Platz mit dem Gran Hotel an. Passiert man den gewaltigen Hotelbau und lässt diesen hinter sich, so kann man nun die ganze Uferpromenade ostwärts in Richtung des alten, in den vergangenen Jahren vollkommen renovierten Hafenviertels entlang spazieren. Die rings um El Charco ("die Pfütze"), den kleinen Binnenhafen der Stadt, gelegenen Häuser sind fast alle mit hellgrünen Fensterrahmen versehen und bilden mit den kleinen Booten, die im Hafen vor Anker liegen, vor allem in den frühen Abendstunden für Besucher ein schönes, in warmes Licht getauchtes Fotomotiv.

Bevor man den Hafen im östlichen Teil der Stadt erreicht, passiert man auf seinem Weg zunächst den Parque Islas Canarias, der unmittelbar an das Gran Hotel anschließt. Das ganze Jahr über finden in diesem Park unterschiedliche Festlichkeiten statt, die ihren Höhepunkt während der Zeit des kanarischen Karnevals im Frühjahr erreichen. Besonders häufig treten im Park Folkloregruppen in einheimischen Trachten und verschiedenartige Musikkapellen auf.

In der Nähe des Parks in der Calle José Betancort befindet sich das Kulturzentrum Arrecifes. Das Centro Insular de Cultura El Almacén, wurde 1974 von César Manrique gegründet und sollte unbekannten Künstlern verschiedener Nationalitäten ein Forum für ihre Werke verschaffen. Dies geschah und geschieht bis heute vorrangig mit Hilfe der im Kulturzentrum ansässigen Galerie El Aljibe, wo Malern und Bildhauern die Gelegenheit gegeben wird, zum ersten Mal ihre Stücke auszustellen. Seit 1989 wird das gesamte Haus von der Stadt verwaltet und ist seither in ein Kulturzentrum umgestaltet worden, in dem neben den Ausstellungen verschiedener Künstler an hiesige Volkshochschulkurse erinnernde Lehrgänge für handwerkliche, aber auch für sprachliche und multimediale Fähigkeiten statt finden. Darüber hinaus kann der Besucher im Eingangsbereich Bücher und Musikkassetten erstehen, die sich mit Lanzarote und seiner Kultur oder ganz allgemein mit den Kanaren befassen.

Wandert man vom Kulturzentrum wieder in Richtung Uferpromenade, so kann man in der Ferne bereits das Castillo de San Gabriel sehen, zu dem man nur über die Puente de Las Bolas und die Puente de Las Palmas gelangen kann. Die Promenade trägt an dieser Stelle mittlerweile den Straßennamen La Marina. Noch bis zum Jahre 2000 hieß die Straße Avenida de Generalisimo Franco nach dem einstigen, für Armut und Elend auf den Inseln bis zum Jahre 1975 verantwortlichen Diktator des Landes. Während auf dem spanischen Festland die Straßen alle sehr schnell umbenannt worden waren, hatte man es auf der Insel damit nicht ganz so eilig. Am Rande von La Marina stehen eine ganze Reihe schöner alter Kolonialstilbauten, zu denen auch die Casa de Cultura Agustin de la Hoz zählt. In dem Haus werden immer wieder Ausstellungen von bekannten und weniger bekannten Künstlern der Insel organisiert. In ihrem Eingangsbereich kann man sich umfangreich über aktuelle Sport- und Kulturveranstaltungen auf ganz Lanzarote informieren. Anschließend geht man weiter in Richtung Hafen.

Gegenüber der Puente de Las Bolas, an der man als nächstes vorbei kommt, beginnt die Calle Léon y Castllo, die Haupteinkaufsstraße Arrecifes. Hier findet man als Besucher unzählige Läden und Souvenirhändler, die praktisch keine Wünsche offen lassen. Vor allem das im weiteren Verlauf der Straße sichtbare größte Kaufhaus der Insel, das Centro Comercial Atlántida, ist nicht nur wegen seines Warenangebotes, sondern auch wegen seiner pompösen Außenfassade ein echter Blickfang und in jedem Fall einen Besuch wert. Auf der Rückseite des Kaufhauses kann der Besucher ein modernes, großzügig ausgestattetes Kino mit vier Vorführsälen besuchen. Neben den vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten kann man sich in der Calle Léon y Castello in einer ganzen Reihe kleiner Cafés und Bars zur Rast niederlassen.

Möchte man nach einem gepflegten Einkaufsbummel und einem Kaffee inmitten des Trubels der Einkaufsstraße ein wenig Ruhe finden, so empfiehlt sich direkt im Anschluss daran ein Besuch in der Kirche San Ginés, dem ersten Gotteshaus Arrecifes aus dem 16. Jahrhundert. Sie liegt am westlichen Rande des Hafenbeckens bei La Puntilla ("Die Spitze") und dient zeitweilig auch als Veranstaltungsort für Konzerte. Die Kirche ist dem Schutzpatron Arrecifes geweiht, zu dessen Ehren jedes Jahr im August eine zehntägige Feier abgehalten wird.

In weiter östlicher Richtung, in einige hundert Meter vom Charco und vom Zentrum Arrecifes entfernt liegt an der Hafenstraße Richtung Costa Teguise schließlich das Castello de San José, das zum einen ein hervorragendes Museum mit zeitgenössischer Kunst von Manrique bis Miró in sich beherbergt und zum anderen in seinem Untergeschoss mit einem exzellenten und stilvoll eingerichteten Restaurant aufwartet. Seinen Besuch in der Hauptstadt kann man hier mit dem Genuss von wunderbaren, typisch kanarischen Spezialitäten ausklingen lassen.


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